"Was glaubst Du denn???“
- 8. Mai
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Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Katholischen Polizeiseelsorge im Kloster Schöntal

Im Kloster Schöntal kamen Polizeiseelsorgerinnen und Polizeiseelsorger aus ganz Deutschland zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen, persönliche Erfahrungen und neue Wege der Begleitung im Polizeidienst auszutauschen. Die Tagung bot Raum für Begegnung, geistliche Impulse und praxisnahe Perspektiven, wie Einsatzkräfte in belastenden Situationen gestärkt werden können. Deutlich wurde dabei: Polizeiseelsorge schafft Orientierung, fördert Resilienz und bleibt ein wichtiger Anker im oft herausfordernden Berufsalltag der Polizei.
Vom 4. bis 7. Mai kamen die Mitglieder der Katholischen Polizeiseelsorge in der Bundespolizei sowie in den Polizeien der Länder im Bildungshaus der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Kloster Schöntal zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung mit anschließender Fachtagung zusammen. Unter dem Leitwort „Was glaubst Du denn???“ stand die intensive Auseinandersetzung mit Spiritualität, Glauben und der Frage, wie in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche von Gott und den eigenen Werten gesprochen werden kann und wie die Polizeiseelsorge für die Polizistinnen und Polizisten wirksam sein kann, egal ob diese gläubig oder atheistisch sind.
Den Auftakt bildete eine feierliche Vesper in der Klosterkirche unter der Leitung von Weihbischof Wolfgang Bischof, dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Katholische Polizeiseelsorge. In diesem Rahmen wurden drei langjährige Polizeiseelsorger verabschiedet und zwei neue Kolleginnen in ihren Dienst eingeführt – ein sichtbares Zeichen für Kontinuität und Aufbruch zugleich.
Im Anschluss an das gemeinsame Abendessen fand die Mitgliederversammlung statt. Neben den Berichten des Beauftragten und des Geschäftsführers wurden aktuelle Entwicklungen beraten. Ein besonderer Fokus lag auf dem ökumenischen Papier zur „Seelsorge und Akutintervention im Spannungs-, Bündnis- und Verteidigungsfall“, das die wachsenden Anforderungen an die Seelsorge in Krisen- und Ausnahmesituationen deutlich macht.
Der Dienstag stand ganz im Zeichen der inhaltlichen Arbeit. Nach einem geistlichen Morgenimpuls eröffnete Weihbischof Bischof offiziell die Fachtagung. Prof. Dr. Martin Kirschner setzte mit seinem Vortrag „Trotz allem hoffe, glaube und vertraue ich!“ einen wichtigen Akzent: Er zeigte Wege auf, wie ein reflektierter und zugleich tragfähiger Glaube auch unter den Bedingungen gesellschaftlicher Unsicherheit Orientierung geben kann. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie eng diese Fragen mit den Erfahrungen von Polizistinnen und Polizisten verbunden sind, die täglich mit Belastungen, Konflikten und Grenzsituationen konfrontiert sind.
Gerade hier liegt der konkrete Nutzen der Tagung: Die Polizeiseelsorge gewinnt Impulse, um Einsatzkräfte noch gezielter zu begleiten – sei es im persönlichen Gespräch, in Krisensituationen oder bei der Verarbeitung belastender Einsätze. Themen wie Hoffnung, Vertrauen und Werteorientierung sind keine abstrakten Größen, sondern stärken die Resilienz und die innere Stabilität der Beamtinnen und Beamten im Dienstalltag.
Der Nachmittag bot Raum zur persönlichen Reflexion und zur bewussten Verortung im eigenen Dienst. Eine Klosterführung zeigte, an welch geschichtsträchtigem Ort die Tagung stattfand. Ein besinlicher Gottesdienst sowie der intensive kollegiale Austausch in moderierten Gruppen rundeten den Tag ab und ermöglichten es, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.
Am Mittwoch wurde die Thematik weiter vertieft. Dr. Susanne Grimbacher stellte Ansätze der Glaubenskommunikation vor, insbesondere im Blick auf junge Erwachsene. Ihr Beitrag machte Mut, neue Wege zu gehen und eine authentische Sprache für existentielle Fragen zu finden – auch im Kontakt mit jungen Polizeibeschäftigten.
Neben der Wahl des neuen Vorstands setzte die Theologin Melanie Wolfers mit ihrem Impuls zur „Zuversicht“ einen weiteren Schwerpunkt. Sie zeigte auf, wie Zuversicht als innere Haltung gerade in herausfordernden Zeiten tragfähig bleibt und weitergegeben werden kann – eine Schlüsselkompetenz auch für den Polizeidienst.
Die abschließende Zusammenführung der Tagungsergebnisse durch Dr. Hubertus Schönemann richtete den Blick auf konkrete Konsequenzen für das pastorale Handeln. Ziel bleibt es, Polizistinnen und Polizisten in ihrem anspruchsvollen Dienst verlässlich zu begleiten, ihnen Räume für Gespräch, Orientierung und spirituelle Stärkung zu eröffnen und so einen Beitrag zu ihrer psychischen und seelischen Gesundheit zu leisten.
Ein besonderer Höhepunkt war die festliche Eucharistiefeier in der Klosterkirche, musikalisch gestaltet durch ein Ensemble des Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg, gefolgt von einem Empfang des Bistums Rottenburg-Stuttgart.
Am Donnerstagmorgen endete die Tagung mit einem gemeinsamen Morgenimpuls und Reisesegen. Die Teilnehmenden kehrten gestärkt und mit neuen Perspektiven in ihren Dienst zurück. Für den neu gewählten Vorstand schloss sich unmittelbar eine erste Sitzung an.
Die Tage im Kloster Schöntal haben eindrucksvoll gezeigt: Polizeiseelsorge lebt vom Austausch, von geistlicher Vertiefung und von der gemeinsamen Suche nach tragfähigen Antworten um die Arbeit der Polizei zu untersützen


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