Ein Jahr zwischen Himmel und Erde
Ein Jahr Polizeiseelsorge – geprägt von neuen Wegen, vielen Begegnungen und täglichem Lernen.
Zwischen vertraulichen Gesprächen, Dienststellenbesuchen und schweren Momenten wächst das Gefühl: Hier bin ich richtig. Und auch nach einem Jahr bleibt die wichtigste Haltung: offen sein für die Menschen und für das, was kommt.

„Na, wie geht´s Dir denn bei der Polizei?“ Diese Frage habe ich in den letzten Monaten sehr oft gehört, wenn mich Freunde auf meine neue Aufgabe als Polizeiseelsorgerin für das Präsidium Oberbayern Süd ansprechen. Abgesehen davon, dass meine Arbeit absolute Vertraulichkeit erfordert und die „sieben Schlösser“ für mich Grundlage und Selbstverständnis allen seelsorgerlichen Wirkens sind, könnte ich die Arbeitsfelder der Polizeiseelsorge ohnehin nicht in drei Sätzen erklären. So erzähle ich immer, dass ich jeden Tag immer noch am Lernen bin und bisher nur hilfsbereiten und herzlichen Menschen begegnet bin. Beides entspricht der Wahrheit. Der Überblick über den Polizeiapparat mit seinen ganzen Abläufen und vor allem die vielen Abkürzungen (die allen völlig klar waren, nur mir nicht), waren am Anfang tatsächlich eine Herausforderung. Dankbar bin ich deshalb für die Aufgeschlossenheit und vor allem Geduld, die mir von vielen entgegengebracht wurde. Ohne die Hilfe meiner Kollegin Angelika Zwerger wäre vieles schwieriger gewesen. Mittlerweile sind mir die Gebäude vertraut, aber auch bei Irrwegen durchs Präsidium habe ich schon liebe Kollegen und Kolleginnen kennenlernen dürfen. Dass ich jetzt so viele Kilometer fahren muss, war für mich sicher die größte Überraschung. Unser großes Flächenpräsidium verlangt ein ganz anderes Arbeiten, als das von anderen bayerischen Kollegen. Die Antrittsbesuche und Dienstunterrichte auf den Dienststellen waren für mich erste Priorität. Nur da, wo ich schon war, konnte ich Kontakte herstellen und nur von dort sind die Kollegen und Kollegen in der Folgezeit auch auf mich zugekommen, um Rat und Hilfe zu suchen. Im PIN arbeiten wir Psychosozialen Fachkräfte im Bereich PSNVE zusammen. Viel mehr Zeit umfassen für mich aber die absolut vertraulichen Einzelbegleitungen, sowohl für dienstliche, als auch die unterschiedlichsten privaten Problemlagen. Genau dafür möchte ich da sein. Auf kurzem Weg – und für jeden! Die Beerdigung eines jungen Kollegen nach schwerer Krankheit und die Begleitung der trauernden Eltern hat mich erfahren lassen, wie stark Zusammenhalt und Gemeinschaft bei der Polizei gerade in schweren Zeiten sein können. Für das kommende Jahr muss ich mir überlegen, wie ich auch den Kontakt zu den Tarifbeschäftigen aufbauen und besser pflegen kann. Nach einem Jahr stehe ich gefühlt immer noch ganz am Anfang. So bin ich bin offen für das, was auf mich zukommt. Immer wieder gibt es schöne und echt bereichernde Begegnungen, wie zuletzt bei meinen Praktikumsnachbesprechungen bei der BePo in Dachau und beim Seminar Spitzensport Winter in Ainring. So viele motivierte junge Menschen! Das lässt mich hoffen.


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