Polizeiseelsorge ist staatlich gewollt
Seit 1920 hat es – nach dem Zusammenbruch den Königreiches Bayern und damit auch der Hof- und Feldseelsorge – auf Beschluss des ersten demokratischen bayerischen Parlamentes, einen hauptamtlichen katholischen Polizeiseelsorger gegeben. Lediglich während des 3. Reiches wurde Polizeiseelsorge nicht geduldet. 1979 kam ein evangelischer hauptamtlicher Polizeiseelsorger hinzu. 1990/91 wurde die Polizeiseelsorge um 100% auf 4 Mitarbeitende in gleichgewichtiger ökumenischer Zusammensetzung verstärkt. Seit 2000 gibt es in München eine Seelsorgerin.
Polizeiseelsorge ist Berufsfeldarbeit
Polizeiseelsorge ist eine Form innerbetrieblicher Seelsorge, die ihre Verankerung in der Fürsorgepflicht des Dienstherrn hat. Durch ihre Präsenz am Arbeitsplatz unterscheidet sie sich von der gemeindlichen Seelsorge, die schwerpunktmäßig im Freizeitbereich der Menschen arbeitet.
Polizeiseelsorge findet ökumenisch statt
Polizeiseelsorge fußt auf der Überzeugung, dass Menschen, die unter Einsatzbedingungen einander vorbehaltlos vertrauen und miteinander extremsten Erlebnissen ausgesetzt sein können, durch die Angebote der Polizeiseelsorge nicht nach berufsfremden = kirchlichen Gesichtspunkten auseinander dividiert werden dürfen.
Polizeiseelsorge geschieht haupt –und nebenamtlich
Der berufsethische Unterricht (BEU), der währen der Ausbildung zum mittleren Polizeivollzugsdienst mit 92 Unterrichtseinheiten (UE) von 45 Minuten je Klasse angesetzt ist, wird mit 40 (UE) von den Seelsorger/Innen bestritten.
Polizeiseelsorge macht auch spezifisch kirchliche Angebote
Dies sind sogenannte Rüstzeiten oder Einkehrtage, auch berufsethische Seminare, die erheblich aus Kirchensteuermitteln der einen oder anderen Kirche (mit)finanziert sind, sich aber wie gewohnt an alle Polizeibediensteten richten. Allerdings lassen sie thematisch und methodisch ihre Verwurzelung in der jeweiligen kirchlichen Tradition erkennen.